RSS
 

Bürokratie

22 Jun

Seid gegrüßt.
Am gestrigen Morgen war ich guter Dinge auf dem Weg zur Arbeit, als meine gute Laune kurz vor meinem Ziel abrupt in die ewigen Jagdgründe geschickt wurde. Ich wollte wie jeden Morgen mittels meiner Zugangskarte auf das Geländer meiner Arbeitsstätte fahren, was mir jedoch von der Schranke im Einfahrtsbereich untersagt wurde. Nach mehrmaligem Versuch entschloss ich mich jedoch einfach ein Gästeticket zu ziehen, in der Annahme, dass unter Umständen etwas mit dem System nicht in Ordnung wäre. Kurz nachdem mir der Zutritt gewährt wurde blickte ich in den Rückspiegel meines Fahrzeugs und beobachtete wie die Person, welche mir in der Schlange an der Schranke folgte seine Karte vor den Leser hielt und die Schranke sich ohne jegliche Verzögerung öffnete. Mit dem Gedanken, meine Karte sei vielleicht durch irgendeine unbekannte Macht in ihrer Funktion gestört, begab ich mich weiter auf den Weg in den Sicherheitsbereich, welcher mit der selben Karte aber einer anderen Datenbank arbeitet. Die Tür öffnete sich quietschend. Ich dachte mir: »Nun gut. Vielleicht gibt es ein Problem mit der anderen Datenbank.« Ich ging also in mein Büro, legte ab und begab mich darauf folgend zu der Informationsstelle im Haupteingangsbereich. Der gute Mann, der dort saß, schaute sich meine Karte an, tippte den Namen in seine Access-Oberfläche und sagte nur: »Das kann ja auch nicht gehen, die Karte ist seit dem 15. gesperrt!« Mit einem Blick, der gut mit »WTF!?« zu beschreiben war, fragte ich ihn, wie das denn sein könnte, da ich ja schließlich die ganze Woche die Schranke benutzt hätte. Er erwiderte jedoch lediglich: »Da müssen sie sich an das Personalmanagement wenden.« Ich bedankte mich mehr oder weniger freundlich, ging zurück in mein Büro und ließ es 9:00 Uhr werden. Ich rief kurz darauf meine Sachbearbeiterin an und schilderte ihr das Problem. Sie antwortete freundlich, dass sie das mit einer Kollegin abklären müsse und ich sie doch bitte noch einmal anrufen möge. Um 10:00 Uhr tat ich dies und erhielt die Aussage, dass alles in Ordnung sei und ich doch bitte noch einmal zu dem Informationsmenschen (folgend »Infoman« genannt) gehen möge und gegebenenfalls auf sie verweisen möge. Ich startete also wieder einen Rundgang zu Infoman. Dort angekommen sagte er es wäre Stromausfall und ich möge doch bitte um 13:00 Uhr wiederkommen, dann würde das System wieder laufen und ein Kollege von ihm wäre dort. Gesagt, getan. Um Punkt 13:01:23,7 Uhr stand ich vor dem Hauptquartier (»Infocave«) von Infoman, traf jedoch nur auf seinen Kollegen (folgend »Infoboy« genannt). Ich schilderte Infoboy wiederum mein Problem. Dieser sah auf meine Karte, tippte meinen Namen in seine Access-Oberfläche und sagte: »Das kann ja auch nicht gehen, die Karte ist seit dem 15. gesperrt!« Ich erklärte ihm höflich, dass mir dies Infoman schon mitgeteilt hätte. Worauf er antwortete ich müsse mich an das Personalmanagement wenden. Ich erklärte ihm, dass ich dies bereits getan hätte und dass diese mir sagten, ich möchte noch einmal wiederkommen. Woraufhin er jegliche Kooperation verweigerte. Ich begab mich nun schnurstracks auf den Weg zum nächsten Fernsprechapparat, rief meinen Kollegen an, er möchte mir doch bitte die Telefonnummer meiner neuen Sachbearbeiterin raussuchen, da ich von meiner vorherigen gehört hatte, dass die Zuständigkeit sich am Vortag geändert hatte. Als ich mich kurz mit der netten Dame unterhalten hatte entgegnete sie mir, dass diese Probleme mit Infoman und Infoboy wohl häufiger auftreten würden und ich mich doch bitte an deren Vorgesetzen wenden möchte, was ich anschließend tat. Dieser mir bekannte sehr freundliche Mann kümmerte sich nach unserem Telefongespräch sofort um das Problem, rief mich wenig später zurück und entschuldigte sich dafür, dass Infoman und Infoboy mich nicht direkt zu der Person weitergeleitet hätten, die für höher liegende Problematiken zuständig wären. Nach der Angabe meiner Autodaten, wie Fabrikat, Farbe und Kennzeichen, damit mir, falls meine Karte noch nicht wieder funktionieren würde, der Schrankenwärter mir die Tür aufmachen könne bedankte er sich und wir beendeten das Gespräch. Ungefähr eine Stunde später machte ich mich auf den Weg nach Hause und stellte fest, dass meine Karte an der Schranke wieder funktionierte. Am heutigen Vormittag rief er mich noch einmal an, fragte ob alles in Ordnung sei und entschuldigte sich sehr nett noch einmal für meine Unannehmlichkeiten.

Fazit des Tages war, das ich von 7:00 Uhr bis um 14:00 Uhr versucht habe die Probleme meiner Karte zu beseitigen, es jedoch daran scheiterte das die Bewohner des Infocaves ihre Position aber nicht jedoch ihre Kompetenz ausleben wollten. Warum glauben diese Leute, dass ich mich damit geschlagen gebe? Immerhin hat jeder einen Vorgesetzten. Die Verantwortlichkeit von einem weg zu schieben ist ergo keine Lösung oder funktioniert nicht bei jedem. Zumindest nicht bei mir!

Auf wieder sehen.
j-zero

 
No Comments

Posted in Anderes

 

Tags: , ,

Leave a Reply

 
*
 
 

Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.

Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.